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Fünf Kilometer nach dem Dorf Urnäsch, auf dem Weg zur Schwägalp (Säntis), dort wo die Brücke über die Urnäsch führt, liegt das Gasthaus Rossfall. Woher der Name stammt kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Laut mündlicher Überlieferung kommt er daher, dass dort bei einem Hochwasser zwei Rosse samt Wagen von der hochgehenden Urnäsch mitgerissen wurden. Zum ersten Mal wird der Rossfall im Jahre 1432 erwähnt. Am Sankt Peterstag, 29. Juni 1432, hatten die Brüder Fächtler aus St. Gallen im „hintern Rossfall“ Wald und Holz gekauft. Ob der Name Rossfall nur eine nähere Ortsbezeichnung war oder ob dort schon damals ein Haus gestanden hat, geht nicht aus den Akten hervor. Sicher ist, dass der Rossfall schon früh eine Bedeutung hatte, vor allem wegen der Brücke.
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Bei der Rossfallbrücke hörte die Strasse auf, und es führten nur Saumpfade weiter, einer hinauf über das Aueli zur Schwägalp, ein anderer vorbei am Unghürflüeli über den Chräzerenpass ins Toggenburg. Die Namen deuten darauf hin, dass die Wege beschwerlich waren. Die Rossfallbrücke war ein Nadelöhr. Hier mussten alle vorbei: die Sennen, die ihr Vieh auf die Alpen und wieder zurück trieben, die Holzer mit ihrem Langholz, das von Pferden oder Ochsen talauswärts gezogen wurde, die Bauern mit ihrer Streu, die sie auf Hornschlitten von der Potersalp oder andern „Streuemöösern“ herunter brachten, aber auch die Köhler, die ihre Kohlen in den Wäldern hinter dem Rossfall gebrannt hatten. Wegen der Brücke, die während ein paar Jahrhunderten immer wieder repariert oder neu gebaut werden musste, gab es dauernd Auseinandersetzungen. Ins Jahr 1695 fällt eine Urkunde betreffend Unterhaltspflicht der Rossfallbrücke. Ein Schiedsspruch vom Jahr 1711 dokumentiert die besondere Bedeutung der Brücke. Zum Unterhalt der Brücke waren nicht weniger als 33 Alpen verpflichtet.
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Es kann mit Sicherheit gesagt werden, dass lange bevor die erste Wirtschaftsbewilligung im Jahre 1830 ausgestellt wurde, die Vorübergehenden im Rossfall Einkehr hielten. 1830 führte Johannes Nef eine Sägerei und das dazugehörende Gasthaus im Rossfall. Das Wirtshausschild zeigte eine Gämse. Die Sägerei war bis Ende des 19. Jahrhunderts in Betrieb. Das traditionelle Gasthaus, das wegen der vorbeiziehenden Sennen eng mit dem Brauchtum verbunden war, hat viele Kunstschaffende inspiriert.
Kaum je ein Gasthaus ist so oft gemalt worden, wie der Rossfall.
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Von 1904 bis 1941 war Johannes Wikle Besitzer und Gastwirt im Rossfall. Er ist der erste Wirt, über den Genaueres bekannt ist. Er liess den legendären Rossfallsaal bauen und ausmalen, er lud die Sennen ein und bewirtete sie fürstlich. Nebenbei pries er sein Haus als Alpenkurhaus an. Gäste aus der ganzen Schweiz und dem Ausland kamen angereist und hatten ihre Freude am sennischen Treiben.
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Nach dem Bau der Schwägalpstrasse und der Säntisbahn, 1934-1936, und mit dem Aufkommen des Autoverkehrs nach dem zweiten Weltkrieg verlor der Rossfall an Bedeutung. Er war nicht mehr Ziel einer Reise, er wurde zum Durchgangsort. Doch der Rossfall erlebte unter den Gastwirten Jakob Alder (1942-1960) und Rudolf und Anni Bickel (1960-1981) mit dem beliebten Sennenball und andern regional-kulturellen Anlässen nochmals eine weitere Blüte. Jahrelang spielte von Auffahrt bis Bettag jeden Sonntagnachmittag bei schönem Wetter eine Musik im Rossfallsaal zum Tanz auf.
Am 26. Dezember zerstörte eine Gasexplosion das Gasthaus Rossfall. Der legendäre Saal mit den wertvollen Malereien war nicht mehr zu retten.
Mit dem Aufruf einiger einheimischer Initianten „Der Rossfall darf nicht sterben!“ und mit dem Wiederaufbau begann ein neues Kapitel einer wechselvollen Geschichte.
(Text zur Ausstellung Rossfall, Brauchtummuseum Urnäsch 2003)
Am 06. Juni 1986 wurde der „neue“ Rossfall als Gasthaus mit Saal eingeweiht. Doch der betriebliche Erfolg stellte sich nicht in erwünschtem Ausmass ein. Darunter litten auch die traditionellen Anlässe wie Alpfahrt und Sennenball. 1998 ging der Rossfall von der Genossenschaft wieder in private Hände über.
Im Sommer 2002 übernahmen Konrad Knechtli und Lisa Borner das Gasthaus. Traditionelle Anlässe haben wieder ihren Platz im Jahresprogramm